Liebe TuS-Familie,

bei uns in der zweiten Mannschaft ist es normalerweise üblich, dass jedes Wochenende ein anderer Spieler den Spielbericht für unser Stadionheft schreibt. Aufgrund der Vorkommnisse nach dem Spiel, sah ich mich jedoch, als einer von zwei Trainern, gezwungen, hier Stellung zu beziehen.

Am vergangenen Sonntagvormittag empfingen wir den Tabellenführer aus Haltingen. Im bisherigen Saisonverlauf konnten wir den Tabellenführer (Hinspiel 5:1 für den TuS und einmal Lörrach-Brombach III) bereits  zweimal in die Knie zwingen. An diesem Tag ist uns eine Wiederholung leider nicht geglückt. Bereits nach sieben Minuten erzielte die gegnerische Mannschaft, durch einen unhaltbaren, direkt verwandelten Freistoß, das 0:1.

In der ersten Halbzeit ließen wir keine weiteren Torchancen des Gegners mehr zu, allerdings ist es uns selbst auch nicht gelungen uns Torchancen zu erspielen. Ohne Ball hatten wir zu diesem Zeitpunkt des Spiels leider viel zu wenig Bewegung und viel zu schnelle und einfache Ballverluste.

In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel hektischer und es kamen mehr Emotionen ins Spiel. Dies tat uns offensichtlich gut, da wir nun in den Zweikämpfen den Gegner noch etwas aggressiver bekämpften, mehr Balleroberungen hatten und auch zu Torchancen kamen. Doch auch im zweiten Abschnitt schenkten wir teilweise die Bälle viel zu einfach her und liefen so noch zweimal in gefährliche Konter.

Die beste Chance zum Ausgleich für uns ließ zehn Minuten vor Schluss Joshua Nann, zentral freistehend vor dem Tor, ungenutzt. Auch hatten wir an diesem Tag nicht das nötige Spielglück auf unserer Seite, da ein lang getretener Freistoßball, von einem gegnerischen Abwehrspieler, abgefälscht wurde und vom Innenpfosten wieder zurück ins Feld sprang. Auch wurde uns ein klarer Handelfmeter verweigert, der in der Nachbearbeitung des Spiels noch eine Rolle spielen sollte. Marc Ritter bekam kurz vor Spielende zudem völlig berechtigt die Gelb-Rote Karte gezeigt, jedoch versäumte es der ansonsten gut leitende Schiedsrichter die beiden Tätlichkeiten (Nachtreten, Ballwurf ins Gesicht von Jupp Sinkewitsch) des Gegners zu ahnden. Mehr möchte ich zu dem Spielverlauf nicht mehr schreiben, da ich es mir an dieser Stelle wünschen würde, wenn sich doch mehr Zuschauer bei unseren Heimspielen im „Hölzele“ einfinden würden.

Nun möchte ich zu den Vorkommnissen nach dem Spiel Stellung beziehen:

Schon während des Spiels wurden wir auf unterstem Niveau von den Gegenspielern beleidigt. Hier muss ich noch sagen, dass es auf dem Fußballplatz schon mal zu Wortgefechten kommen kann und ich auch der Meinung bin, dass diese auf eine gewisse Art und Weise dazu gehören. Jedoch haben permanente Beleidigungen auf unterstem Niveau (die Wortlaute möchte ich hier nicht wiederholen) auf dem Fußballplatz definitiv nichts zu suchen.

Nach dem Spiel lief ich mit einem Betreuer des FV Haltingen, den TuS-Spielern Sascha Manthei und Danny Krumm in die Kabine. Wir diskutierten ein wenig über das Spiel und die Zukunftsaussichten beider Mannschaften. Die Mannschaft des FV Haltingen saß vor der Kabine und diskutierte gerade über die oben erwähnte Elfmetersituation. Ich war der Meinung, dass es ein klarer Elfmeter war und gab dies auch zu Protokoll. Daraufhin wurde ich erneut von einem Haltinger-Spieler beleidigt, der dazu noch meinte, dass auch ich nach einem Foulspiel die Rote-Karte hätte sehen müssen.

Etwas lautstärker teilte ich ihm jedoch mit, dass der Elfmeter mit dieser Spielszene (nach meinem Foul trat der Gegenspieler übrigens nach) nichts zu tun hat und lief in die Kabine. In der Kabine angekommen, zog ich mein Trikot aus und musste feststellen, dass ich mehrmals bespuckt wurde ohne dies jedoch zu bemerken. Danny wies mich dann daraufhin, dass er es gesehen habe und unter den Tätern der Kapitän dabei gewesen war. Die weiteren Provokationen mit „Spitzenreiter“ Gesängen waren an dieser Stelle nicht weiter von Bedeutung, da hier nochmals erwähnt werden muss, dass der sogenannte „Bauernverein“ (Aussage mehrerer Gegenspieler) mit seiner ersten Mannschaft in der Landesliga (3 Klassen höher als der Gegner) spielt und die Reserve nach mehreren Jahren Kreisliga A, den Betriebsunfall des letztjährigen Abstieges in der nächsten Saison versuchen wird zu korrigieren.

In dieser Saison ist uns dies leider nicht mehr möglich, da wir zu viele unnötige Punkte liegen gelassen haben. Auf ein gutes, bisweilen auch sehr gutes Spiel, folgte meist ein schlechtes Spiel. Eine kleine Siegesserie konnten wir leider nie starten, da wir auch aufgrund der engen Personallage in der Ersten nie zwei Wochen am Stück dieselben 11 ins Rennen schicken konnten und es auch für viele Spieler das erste Jahr im Aktivbereich war.

Das Potential, um nach dem TuS I wieder die zweitstärkste Kraft im Markgräflerland zu werden, steckt in dieser Mannschaft drin. Jedoch gehört zu einer erfolgreichen Mannschaft mehr als nur das fußballerische Potential. Hier wünscht sich das Trainerteam auch mehr Trainingsfleiß und Hingabe für den TuS und den Fußball allgemein (der durchschnittliche Kreisliga-Fußballer hat 14 Omas und Opas, die alle mindestens 3-mal im Jahr Geburtstag haben). Im Sommer trainierten wir im Schnitt mit 20 Mann und in den Wintermonaten mit 10. Hier hoffe ich, dass viele Spieler in der nächsten Saison einen weiteren Schritt in die richtige Richtung machen werden. Die zweite Mannschaft des TuS gehört einfach in die Kreisliga A und wir werden in der nächsten Saison die Entwicklung, die teilweise schon in dieser Saison stattgefunden hat, versuchen noch mehr zu fordern und fördern, um dann die ersten beiden Tabellenplätze angreifen zu können.

Sportliche Grüße euer

Jens Vogtsberger (Spielertrainer TuS II)